WISSEN MACHT DEMOKRATIE


Veranstaltungsreihe im Museumsquartier Wien, Raum D
Museumsplatz 1, 1070 Wien

Demokratie braucht Austausch, Vielfalt, unterschiedliche Sichtweisen, Dialog, Neugierde auf Neues, Unerwartetes und auch Komplexes. Demokratie braucht wissenschaftliches Wissen ebenso wie Erfahrungs- und Anwendungswissen für den politischen Alltag. Sie braucht lebendiges Wissen und Debatten. Dazu laden wir in den Raum D ein – „D wie Demokratie“!
Flyer WISSEN MACHT DEMOKRATIE (PDF)

Programm im MQ Raum D

MONTAG, 19. Oktober 2026


10.00 – 11.30 Ruth Simsa | Demokratie und Zivilgesellschaft

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Im Vortrag geht es um Beiträge der Zivilgesellschaft für die Demokratie und um Rahmenbedingungen, die Zivilgesellschaften brauchen, um ihre potenziellen Funktionen gut erfüllen zu können. Auf Basis empirischer Projekte in Österreich wird gezeigt, wie gegenwärtig zivilgesellschaftliche Räume eingeschränkt werden, Druck auf Zivilgesellschaften ausgeübt wird und welche Folgen dies hat.
Ruth Simsa ist Univ. Professorin am Institut für Soziologie und Empirische Sozialforschung der Wirtschaftsuniversität Wien; Vorstand von Diskurs. Das Wissenschaftsnetz, Organisationsberaterin und Führungskräftetrainerin. Forschungsschwerpunkte: Zivilgesellschaft, soziale Bewegungen und Leadership in Nonprofit-Organisationen.


12.00 – 13.30 Kotayba Kadri | Syrien: Demokratie ohne Demokratie?

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Der Vortrag beleuchtet die Entwicklung demokratischer Strukturen in der jüngeren Geschichte Syriens. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen von Kolonialismus und autoritärer Herrschaft sowie die Frage, welche Perspektiven die aktuelle politische Transition für eine demokratische Zukunft des Landes eröffnet.
Kotayba Kadri flüchtete 2015 aus Syrien nach Österreich; studierte Politikwissenschaft an der Universität Wien sowie Crisis and Security Management an der Leiden Universität. Forschungsschwerpunkte: Migration, politische Partizipation, Demokratie, Autoritarismus und Konfliktforschung mit Fokus auf Syrien und den Nahen Osten.


16.00 – 20.00
Georg Blaha und Esther Hörantner |
Schritte zu einer demokratischen, partizipativen Schulkultur

Details zur Veranstaltung

Wir als Initiative Demokratiekultur laden dazu ein, partizipative Schulkultur hautnah zu erleben: Mit einem interaktiven Schau-Klassenrat zeigen wir, wie Mitbestimmung in der Praxis aussieht, wenn Schüler:innen ihre Anliegen selbst einbringen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Nicht durch Theorie, sondern als gelebte Erfahrung in der Lebenswelt Schule entsteht Demokratiekompetenz. – Überzeuge dich selbst, wie wichtig Demokratie als Lebensform auch in der Schule ist.
Esther Hörantner hat viele Jahre Erfahrung in internationalen Organisationen, hat den Masterlehrgang in Achtsamkeit absolviert und ist selbständige Organisationsentwicklerin. Sie unterstützt Schulen und Bildungseinrichtungen dabei, demokratische Haltungen zu verankern und Demokratie erlebbar zu machen
Georg Blaha war nach vielen Jahren als Lehrer bis 2023 Mitarbeiter an der Pädagogischen Hochschule Wien/NÖ (kPH) für Friedens- und Demokratiepädagogik. Heute berät er Schulen bei der Entwicklung einer demokratischen Schulkultur im Rahmen von Schulentwicklungsprozessen.

Dienstag, 20. Oktober 2026


10.00 – 11.30 Rainer Bauböck | Inklusive Demokratie – Staatsbürgerschaft, Stadtbürgerschaft und Wahlrechte

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Der Zugang zu Staatsbürgerschaft und Wahlrechten ist eine Grundfrage für die Legitimität demokratischer Herrschaft. Der Vortrag behandelt die Situation in Österreich und unterschiedliche theoretische Antworten auf diese Frage. Er plädiert gegen einen identitären Volksbegriff und geht darauf ein, wie im Kontext von Migration die Regeln für Mitgliedschaft und Wahlrechte im Staat, auf lokaler Ebene oder in der Europäischen Union ausdifferenziert werden sollten.
Rainer Bauböck, Prof. i.R. für soziale und politische Theorie, ist Ko-Direktor von GLOBALCIT, dem globalen Observatorium für Staatsbürgerschaft und Wahlrechte, korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Mitglied in der Steuerungsgruppe des Bündnis 2025.


12.00 – 13.30
Alina Brad | Demokratie und transformative Klimapolitik

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Die Klimakrise wird überproportional von wenigen verursacht, trifft aber die breite Bevölkerung ungleich stärker. Das sollte Klimapolitik eigentlich mehrheitsfähig machen. Doch das Verhältnis von Klimapolitik und Demokratie ist komplexer: Die Ausweitung sozialer Teilhabe war historisch in vielen Gesellschaften mit fossilen Energieträgern verknüpft. Diese Verknüpfung nutzen aktuell rechtsautoritäre Akteure gegen die Klimapolitik. Der Vortrag stellt Überlegungen zu einer transformativen Klimapolitik an, die zugleich die Demokratiegefährdung von rechts als auch die sich zuspitzende Klimakrise wirksam adressieren könnte.
Alina Brad ist Politikwissenschaftlerin und Senior Scientist am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Forschungsschwerpunkt: politische Ökonomie von Klimaschutz und sozial-ökologische Transformation, insbesondere zur Klimapolitik und CO₂-Entnahme in der EU; von 2022 bis 2025 koordinierende Leitautorin des APCC Assessment Report on Climate Change in Austria und Vorstandsmitglied des Climate Change Center Austria (CCCA).


14.00 – 15.30 Marion Breitschopf/Markus (fin) Hametner/ Mathias Zojer
Demokratie-Index 2026: Indikator für den Zustand der Infrastruktur der Demokratie in Österreich

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Der Demokratie-Index existiert seit 2022 und ist ein Zusammenschluss mehrerer NGOs, die sich seit Jahren mit verschiedenen Aspekten der Demokratie in Österreich beschäftigen. Jährlich wird auf einem Säulen-Modell die Entwicklung der heimischen Demokratie erfasst und bewertet. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird der Demokratie-Index vorgestellt und die aktuellen Daten präsentiert. Alle Informationen finden Sie hier https://demokratieindex.at/

Marion Breitschopf ist seit 1995 im Bereich Online Medien tätig; studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien; leitet die Redaktion der Transparenzplattform „Meine Abgeordneten“; ist aktuell im Vorstand des Vereins Demokratie-Index.

Markus (fin) Hametner ist freier Datenjournalist und ehrenamtlich als Vorstandsmitglied des Forum Informationsfreiheit tätig. Das Forum Informationsfreiheit ist Österreichs führende NGO für Informationsrechte von Bürgerinnen und Bürgern.

Mathias Zojer ist Obmann des Vereins Demokratie-Index und verantwortet für den Presseclub Concordia die Bewertung der Säule Medien. Zojer leitet seit 2018 die Kommunikation der Concordia und organisiert Seminare für Journalist:innen.


16.00 – 17.30
Inner Development Academy: Esther Hörantner und Tina Baumgartner | Demokratie erleben mit „Sprechen & Zuhören“

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In einer zunehmend polarisierten Zeit fehlt es an hierarchiefreiem, vertrauensvollem Austausch. Das Dialogformat „Sprechen & Zuhören“ ermöglicht eine andere Art des Miteinanders: Wer spricht, wird gehört – ohne Unterbrechung, Bewertung oder Gegenargumente. Wer zuhört, schenkt volle Aufmerksamkeit. So entsteht ein Raum, in dem persönliche Erfahrungen zählen, unterschiedliche Perspektiven willkommen sind und neue Einsichten möglich werden.

Tina Baumgartner studierte Kommunikationswissenschaft, ist Trainerin und Prozessbegleiterin. Seit über 20 Jahren gestaltet und hält sie als Hosting-Expertin Räume für innere Entwicklung und vermittelt Zukunftsskills.

Esther Hörantner, MSc. ist Co-Founderin der Inner Development Academy, betreibt mit Tina den IDG (Inner Development Goals) Community Hub Vienna und arbeitet zur Entwicklung von Demokratiekultur im Bildungsbereich.


18.00 – 20.00 Frauenhetz in Kooperation mit Initiative #zusammenHaltNÖ & Südwind | Demokratie und Geschlechter-verhältnisse. Frauen*Streiken für Zeit, Geld, Gerechtigkeit

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IFeministinnen haben die Demokratie schon immer als defizitär erfahren und analysiert. 52% der Bevölkerung sind Frauen, trotzdem gibt es in vielen Bereichen immer noch große Ungerechtigkeiten. FrauenStreiken ist eine aktivistische Strategie, die zeigt, wie ein Land ohne Frauenarbeit stillsteht. Am 03.05.2027 werden österreichweit Frauen streiken.

Vortrag und Podium mit Vertreterinnen vom Aktionsbündnis FRAUEN*Streiken:

Drin. Ermela Gianna, Postdoctoral Research Fellow Fachbereich Politikwissenschaft Universität Salzburg, forscht zu Demokratie, politischer Partizipation, demokratischer Repräsentation, Backlash-Politiken und Geschlechtergleichstellung in Europa.

Dr.in Elisabeth Klatzer Wirtschafts- und Sozialwissenschafterin, feministische Ökonomin, Obfrau von Attac, Mitbegründerin der Femme Fiscale, der Initiative Mehr für Care!, Mitorganisatorin von FRAUEN*Streiken.

Lisa Rücker DSA, MSc politische Bildung, ehem. Vizebürgermeisterin Graz, Organisation von Weltfrauentag-Initiativen und Streikaktionen. Hauptkoordinatorin des Bündnisses 0803 (Grazer FrauenMärz / FRAUENStreiken Komitee).

Moderation: Dr.in Birge Krondorfer

Mittwoch, 21. Oktober 2026


10.00 – 11.30
Kurt Bayer | Demokratie und Ökonomie

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Merkel will „marktkonforme Demokratie“, Nobelpreisträger 2024 fordern, dass inklusive Institutionen Anreize für wirtschaftliches Handeln schaffen, Sozialdemokraten fordern, dass Politik (Demokratie) die Wirtschaft lenkt, Polanyi fordert, dass die Wirtschaft ins politische System eingebettet ist, um gegensätzliche Bewegungen von Politik und Wirtschaft (Kapitalismus) zu verhindern, die zu Faschismus geführt hätten. Weder ist in diesen Diskussionen definiert, wie Demokratie ausgestattet sein soll, noch welche Wirtschaftssysteme optimal für Menschen und Umwelt sind. Gedanken dazu werden im Vortrag präsentiert.

Kurt Bayer: Studien in Graz, Bologna, Maryland; 25 Jahre Wirtschaftsforschung im WIFO, 10 Jahre Bundesministerium für Finanzen, 2 Jahre Weltbank, 4 Jahre Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, seit 10 Jahren freier Wirtschaftspublizist, diverse Publikations- und Lehrtätigkeiten.


12.00 – 13.30 Lydia Knöbl/Daria Sander/Thomas Trabitsch/L’ubica Vol’anská
| Museum und Demokratie: persönliche Wendepunkte und gesellschaftliche Umbrüche

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Demokratie lebt nicht nur von Institutionen und Beteiligung, sondern auch von der Fähigkeit, sich andere Zukünfte vorzustellen. In diesem Vortrag geht es um die politische Kraft von Imagination: Wie entstehen unsere Vorstellungen davon, was möglich ist – und wer prägt sie? Zwischen wissenschaftlichen Perspektiven, Zukunftsbildern und gemeinsamer Reflexion erkunden wir, was Vorstellungskraft mit demokratischer Gestaltung zu tun hat. Und vielleicht auch, welche Zukunft wir uns bisher noch gar nicht vorstellen können.

Caro Hammoutene ist Co- Geschäftsführerin von KOMMA – Gemeinsam Medienvielfalt gestalten und in der Steuerungsgruppe des BÜNDNIS 2025; studierte Technische Mathematik, Ökonomie Imagination und Zukunftsgestaltung; Caro gestaltet Räume für demokratische Mitwirkung, Medienvielfalt und gesellschaftlichen Dialog.


14.00 – 15.30
Caro Hammoutene | Demokratie und Zukunft

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Wir reden über den demokratie- und bildungspolitischen Auftrag von Museen im Spannungsfeld ihrer Rolle als Vertrauensträger und „Wahrheits“-produzenten. Ein Auftrag, der unter anderem in der Stärkung kritischen Denkens, kultureller Teilhabe und reflexiver Fähigkeiten besteht. Das EU-Projekt „Turning Points – Museums for a Democratic Future“ ist der Ausgang für Gespräche über persönliche Wendepunkte und gesellschaftliche Umbrüche.

Lydia Naomi Knöbl arbeitet als Fotografin und Künstlerin in Wien; Bachelorstudium der Kultur- und Sozialanthropologie, Angewandte Fotografie und zeitbasierte Medien an der Universität für angewandte Kunst.

Daria Sander schafft im Projekt „Turning Points…” Räume für Austausch und Partizipation und gestaltet Vermittlung inklusiv.

Thomas Trabitsch wertschätzt demokratische Institutionen und die Potenziale musealer Räume, um kritische Auseinandersetzung zu fördern und gesellschaftspolitische Debatten zu führen.

Ľubica Voľanská arbeitet im Volkskundemuseum Wien; Forschungsschwerpunkte: (auto)biografische Forschung, Familie und Verwandtschaft, Altern, Alter und immaterielles Kulturerbe.


16.00 – 17.30
Regina Polak | Demokratie und Religion: Ein Spannungsverhältnis

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Empirische Forschung belegt, dass Religiosität die Werte und Einstellungen, derer die liberale, menschenrechtsbasierte Demokratie bedarf, fördern, aber auch behindern kann. Der Vortrag widmet sich der Frage, was Religionsgemeinschaften beitragen können, welchen internen Herausforderungen sie sich stellen müssen, um die in Österreich bedrohte Demokratie zu unterstützen.

Regina Polak ist Professorin für Praktische Theologie und Interreligiösen Dialog an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Im Forschungsschwerpunkt „Interdisziplinäre Werteforschung“ befasst sie sich auch mit Religion und Religionsgemeinschaften in der Demokratie.


18:00 – 20:00 Éva Bördös und Cornelia Perle | From Voice to Power. Women’s Citizen Assemblies reimagining democracy in Europe (in English)

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A short video will be shown about the world’s first Women-Only Citizens’ Assemblies, organised by DemNet in Budapest last year, focusing on women’s safety in public space and access to services. Afterwards, Eva Bördös and district representatives from Vienna and Budapest will share their experiences and discuss challenges and opportunities for greater women’s participation, especially among young women and migrant women, through deliberative democracy.

Eva Bördös has worked for 20 years as a trainer and consultant in citizen participation with civil society and public institutions. As Managing Director of DemNet Hungary, she promotes participatory innovations with a focus on inclusion and women’s participation in Eastern Europe and the Balkans.

Cornelia Perle is a board member of Frauen*solidarität Austria and Policy Advisor at DemNet Hungary. She works on democratisation, citizen participation, conflict transformation, and women’s rights. At the Council of Europe, she coordinated projects on election support and political participation in Eastern Europe and the Balkans.

Donnerstag, 22. Oktober 2026


14.00 – 15.30
Vedran Džihić | Demokratie und Emotionen

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Demokratie lebt nicht allein von Verfassungen, Wahlen und Institutionen. Sie lebt auch von Empathie, Verletzlichkeit und der Bereitschaft, um andere zu trauern. Doch was geschieht mit einer Gesellschaft, wenn Angst, Härte und Gleichgültigkeit ihre politische Kultur prägen? Ausgehend von meinem Essay „Weinen vor Plastikblumen“ frage ich nach emotionalen Voraussetzungen demokratischen Zusammenlebens. Der Vortrag verbindet persönliche Erfahrungen mit philosophischen und politischen Überlegungen und plädiert für eine Demokratie, die nicht auf Unverwundbarkeit, sondern auf Mitgefühl gründet.

Vedran Džihić, 1976 in Prijedor, Bosnien und Herzegowina, geboren; 2009 Doktorat in Politikwissenschaften an der Universität Wien. Senior Researcher am Österreichischen Institut für Internationale Politik (oiip), unterrichtet an der Universität Wien. Džihić ist Initiator politischer und zivilgesellschaftlicher Initiativen in Österreich und Südosteuropa. Zuletzt erschien der Essay „Ankommen“ (2024).


16.00 – 20.00 Demokratiezentrum Wien | Demokratie und Medien – ein Fächerbündel mit Sprengkraft

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Medien- und Demokratiebildung soll in der Schule stärker verankert werden. Der Bildungsminister schlägt ein „Fächerbündel“ vor und stößt damit auf Gegenwind. Ein Fach „Demokratie und Medien“ könnte Verwerfungen durch soziale Netzwerke, Fake News, Hassreden, Radikalisierung entgegenwirken. Hochschullehrende, Lehrplanautor:innen und Ministeriumsvertreter:innen diskutieren, was ein „Fächerbündel“ in der Praxis bedeuten könnte. Anschließend Get to gether bei Brot und Wein.

Podiumsdiskussion mit:
Greta Picknitter-Seidl, Bildungsministerium (stv. Kabinettschefin)
Brita Breser, Universität Graz (Professorin für Demokratiebildung)
Lorenz Prager, Pädagogische Hochschule OÖ
Heike Krösche, Universität Innsbruck (Historisch-politische Bildung)
Thomas Hellmuth, Universität Wien
Moderation: Gertraud Diendorfer, Demokratiezentrum Wien

freitag 23. Oktober 2026


14.00 – 15.30
Paul Buschnegg | Demokratie und rechte Influencer

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Monarchien, Elitendenken und Rassen als ernst zu nehmende Kategorie: Nur wenige Klicks entfernt wettert eine neue Generation von YouTubern, Bloggern und Podcastern gegen Demokratie und Rechtsstaat. Sehr jung, nerdig, kulturbeflissen und Goethe sowie Platon rezitierend, träumt man von vergangenen Zeiten und deren autoritären Systemen. Paul Buschnegg hat sich für seine Masterarbeit an der Universität für angewandte Kunst in diese Szene begeben, ihre Akteure getroffen und fragt sich: Was treibt sie an? Woher kommt ihr Weltbild? Und: Gehören auch sie zur Demokratie?

Paul Buschnegg ist Musiker, Kurator und freier Journalist; studierte an der Universität für angewandte Kunst Kunsterziehung sowie Kulturwissenschaften; schreibt für den Falter sowie Die Zeit und hat mit seiner Band Pauls Jets bisher vier Alben herausgebracht. Zuletzt kuratierte er für das Wien Museum die Ausstellung Zwidemu – Zwischen Party und Protest.


16.00 – 17.30 Richard Weiskopf Überwachungskapitalismus und Demokratie

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Shoshana Zuboff beschreibt den „Überwachungskapitalismus“ als eine „Mutation des Kapitalismus“, die auf der Umwandlung menschlicher Erfahrung in Verhaltensdaten beruht und eine neue Form von „instrumentärer Macht“ hervorbringt. Diese greift nicht nur die Würde des Menschen an, sondern gefährdet auch die Demokratie und höhlt Grundlagen kritisch-reflektierter Vernunft und Teilhabe aus. Der Vortrag erörtet Zuboffs Konzept und zeigt einige Fluchtlinien für eine demokratisierende Öffnung und Transformation auf.

Richard Weiskopf, Professor für Organisationstheorie an der Universität Innsbruck. Er beschäftigt sich mit der kritischen Analyse von organisationalen Praktiken, mit Machtausübung und der ethisch-politischen Transformation von Organisation(en). Whistleblowing und „Wahrsprechen“, Transparenz und Sichtbarkeit, Algorithmen und Ethik als kritische Praxis sind Schwerpunkte.


18.00 – 20.00 Netzwerk Sprachenrechte | Gut genug für Österreich? Sprache und Zugang zur Staatsbürgerschaft

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Die Regierung will Menschen, die die österreichische Staatsbürger:innenschaft erwerben wollen, das Niveau B2 in Deutsch vorschreiben. Expert:innen sind sich einig, dass dies zu hoch ist. Wir wollen in diesem Workshop das Niveau B2 genauer unter die Lupe nehmen und auch an uns selbst überprüfen, ob wir den Kriterien entsprechen würden.

Gestaltung: Vertreter*innen des Netzwerks Sprachenrechte.

SAMSTAG 24. Oktober 2026


12.00 – 16.00
Gruppe „Politische Forderungen“ des BÜNDNIS 2025. Was ist mir wichtig an Demokratie? Fragen – Dialoge. Jede Stunde beginnt eine neue Diskussionsrunde

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Wir laden euch ein zu Gesprächs- und Dialogrunden zu ausgewählten (durchaus provokanten) Themen. Die Themen werden auch mit Hilfe von systemischem (Kurz-) Konsensieren bearbeitet.
Dialog und vor allem Zuhören sind Voraussetzungen für ein gelungenes Miteinander.

Gestaltung: Gruppe „Politische Forderungen“ des BÜNDNIS 2025
Koordination: Roland Jaritz, Supervisor, Coach, Unternehmensberater (HR, OE, Nachhaltigkeit), Männerberater. Mitgründer Verein Ponto (Burschen* und Männer*arbeit) und Verein Aktiv Demokratie und von Foodcoop Hügelei.


16.00 – 18.00 Miriam Weidl | Kann man Herkunft hören? Sprache als Beweismittel im Asylverfahren

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Kann man am Sprechen eines Menschen erkennen, woher er kommt? Der interaktive Workshop zeigt, wie unsicher, biografisch verkürzt und zugleich folgenreich solche Zuschreibungen im Asylverfahren und darüber hinaus sein können. Anhand von Beispielen diskutieren wir, warum Sprachen keine eindeutige Zuordnung von Herkunft erlauben und welche Anforderungen an sprachliche Expertise in rechtsstaatlich sensiblen Verfahren gestellt werden müssen.

Brigitta Busch, Professorin für Sprachwissenschaften an der Universität Wien und forscht zu Mehrsprachigkeit, Spracherleben, Migration und Sprachpolitik.

Jonas Hassemer, Soziolinguist an der Universität Wien mit Schwerpunkten auf Mehrsprachigkeit, sozialer Ungleichheit, Arbeit und Migration.

Sabine Lehner, Soziolinguistin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten und forscht zu Sprache, Asyl, Migration und kommunikativer künstlicher Intelligenz.

Khoi Nguyen, Mehrsprachigkeitsforscher an der Universität Wien mit Schwerpunkt auf religiösen Praktiken-

Barbara Seidlhofer, Professorin für Angewandte Sprachwissenschaft an der Universität Wien und beschäftigt sich mit English as a Lingua Franca und Mehrsprachigkeit.

Miriam Weidl, Soziolinguistin an der Universität Wien und forscht zu Mehrsprachigkeit und sprachlicher Vielfalt im Bildungskontext sowie zu Translanguaging und partizipativen Forschungsansätzen.


18.00 – 20.00
betrifft.demokratie | Mehr als ein Spiel: Fußball als gelebte Demokratie

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Podiumsdiskussion über Werte, Teilhabe, Integration und die politische Dimension des Fußballs.
Während das Vertrauen vieler Menschen in demokratische Institutionen sinkt, steht auch der Fußball vor großen Herausforderungen: Rassismus, Sexismus, Gewalt, Kommerzialisierung und politische Einflussnahme gehören ebenso zur Realität wie beeindruckende Beispiele für Integration, Zivilcourage und gesellschaftliches Engagement.
Wie kann Fußball demokratische Werte vermitteln? Wo liegen seine Chancen und Grenzen? Welche Verantwortung tragen Vereine, Verbände, Politik und Zivilgesellschaft?

Mario Kubista, Mitautor der Publikation „Von der Praterbahn zum Praterstadion“. Seit 1989 Mitglied im „Deutschen Sportclub für Fußballstatistiken“ (DSFS) und seit 2026 Obmann des Vereines „Wiener Fußball Geschichten“ (WFG).

Lina Helms, Projektleiterin und Trainerin bei Kicken ohne Grenzen, verantwortlich für alle Youth-Leader-Aktivitäten. Lina studierte „Leading Transformation for Impact Organizations“ an der FH OÖ.

Hossna Hosseini, Studium der Wirtschaftsinformatik an der WU Wien, Youth Leaderin bei Breaking Grounds; organisiert Workshops an Wiener Mittelschulen zur Förderung sozioemotionaler Kompetenzen, verantwortlich für die Umsetzung und Weiterentwicklung des Kinderschutzes im Sport.

Nikola Staritz [angefragt], Projektreferentin bei fairplay und zuständig für den Bereich Antidiskriminierung.

Georg Spitaler, Politologe und Historiker. Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung (VGA); Zahlreiche Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten Arbeiter:innengeschichte, Politische Theorie und Cultural Studies.

Moderation: Elisabeth Auer, Journalistin und Schiedsrichterin

Sonntag 25. Oktober 2026


19.00 – 21.00
Kurt Brazda | Erschlagt mich, ich verrate nichts!
Dokumentarfilm über die Widerstandskämpferin Käthe Sasso und Publikumsgespräch

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Aus Anlass des 100. Geburtstages von Käthe Sasso. Geboren 1926 als Käthe Smudits, wuchs Käthe Sasso im Wiener Arbeiterbezirk Favoriten auf. Ihre Eltern waren bereits politisch engagiert und sie selber schloss sich als junges Mädchen einer kommunistischen Widerstandsgruppe an. Sie kam in Gestapo-Haft und entging im Gegensatz zu fast allen anderen Mitangeklagten nur aufgrund ihres Alters der Hinrichtung, nicht jedoch der Deportation ins KZ Ravensbrück 1944.

Dokumentarfilm (Österreich, 85 Minuten)
Regie: Kurt Brazda
Kamera und Schnitt: Benjamin Epp
Buch: Brigitte Fenko
 
Publikumsgespräch mit dem Regisseur und dem Kameramann

Konzept und Umsetzung der Veranstaltungsreihe: Sieglinde Rosenberger, Grete Kernegger | E-Mail: kontakt@buendnis2025.at

Im Rahmen der Demokratiewoche 2026 erwartet die Besucher:innen eine vielfältige Veranstaltungsreihe.
Während der gesamten Demokratiewoche kommen zahlreiche Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Journalismus, Bildung und Zivilgesellschaft zu Wort. Sie geben Einblicke in aktuelle demokratiepolitische Herausforderungen, teilen ihre Erfahrungen und diskutieren gemeinsam mit dem Publikum über Chancen, Grenzen und Zukunftsperspektiven unserer Demokratie.
Die Vorlesungen bieten dabei fundierte fachliche Impulse, während Diskussionsveranstaltungen den direkten Austausch ermöglichen. So entsteht eine Woche, die unterschiedliche Perspektiven zusammenbringt und zeigt: Demokratie lebt vom Zuhören, vom Mitreden, vom Widerspruch – und vor allem vom Mitmachen.

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