16. Juni 2026
18:00

Wie Geopolitik, Deregulierung und der Hype um KI den Schutz der Menschenrechte gefährden


Wie Geopolitik, Deregulierung und der Hype um KI den Schutz der Menschenrechte gefährden
Deregulierung und "Bürokratieabbau" sind die Ziele der Tech-Industrie

 

Sandra Wachter beleuchtet bei einer Viktor Kaplan-Lecture an der ÖAW die Bemühungen der Tech-Industrie um umfassende Deregulierungen. Die Juristin und Professorin für Technologie und Regulierung belegt die Gefahren dieser Entwicklung und zeigt, dass Rentabilität und der Schutz der Menschenrechte nicht im Widerspruch zueinander stehen müssen.

 

Deregulierung und "Bürokratieabbau" sind die Ziele der Tech-Industrie, um das volle Potenzial der KI freizusetzen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. In diesem Sinne setzte sie sich erfolgreich dafür ein, das EU-KI-Gesetz zu stoppen und zu überarbeiten, die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu ändern und die versprochene KI-Haftungsrichtlinie auf Eis zu legen. Was aber sind die Kosten der Deregulierung? Wie viele Menschen haben nun keine rechtlichen Mittel mehr, wenn KI ihnen Schaden zufügt? Wie viele Menschen werden durch geschwächte Umweltgesetze gesundheitlich gefährdet? Wie viele Menschen sind nun aufgrund der niedrigeren Antidiskriminierungsstandards in Gefahr?

 

Sandra Wachter, Humboldt-Professorin für Technologie und Regulierung am Hasso-Plattner-Institut und Professorin für Technologie und Regulierung an der Universität Oxford am Oxford Internet Institute, erörter Fragen wie diese auf Einladung der ÖAW bei einer Viktor Kaplan-Lecture zum Thema "How geopolitics, deregulation, and the AI hype cycle threaten human rights protection. Wachter und ihre interdisziplinäre Forschungsgruppe untersuchen die rechtlichen und ethischen Auswirkungen von KI, Big Data und Robotik sowie die Regulierung des Internets und von Plattformen. An der ÖAW beleuchtet sie, wer wirklich von einer Lockerung der rechtlichen Rahmenbedingungen profitiert. Sie diskutiert die KI-Versprechen der Big Tech-Unternehmen, untersucht ihre aktuellen Lobbybemühungen und verweist auf die Kosten, die die Gesellschaft dadurch zu tragen hat. Darüber hinaus bringt Sandra Wachter Vorschläge, die zeigen, dass Rentabilität und der Schutz der Menschenrechte nicht im Widerspruch zueinander stehen müssen.

 

Sandra Wachter setzt mit diesem Vortrag die Reihe der Akademievorlesungen fort, die prominente Vortragende unterschiedlicher Fachgebiete nach Wien bringen. Unter dieser "Dachmarke" greifen die Viktor Kaplan-Lectures – benannt nach dem österreichischen Ingenieur und Erfinder der Kaplan-Turbine – aktuelle Forschungsfragen in den technischen Wissenschaften auf.

 

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