21. Oktober 2026
19:00 - 21:00

Robert Misik: "Erziehung zur Grausamkeit"


Lesung und Diskussion

 

Die Massenpsychologie des Neuen Faschismus

 

„Das verhetzte Individuum fällt nicht vom Himmel. Es wird gemacht. Es durchläuft Lehrjahre der Unmenschlichkeit.“

In Bertolt Brechts Stück „Mann ist Mann“ aus dem Jahr 1926 wird erprobt, wie man Menschen mitsamt ihren Einstellungen beliebig formen kann. Der Arbeiter Galy Gay wird binnen einer Woche in eine gefühllose Kampfmaschine „ummontiert“.

 

Robert Misik untersucht in „Erziehung zur Grausamkeit“ die Massenpsychologie des neuen Faschismus. Die Agitation schürt die Wut, die Verbitterungsgefühle, will ihre Anhänger in vollends paranoide Charaktere verwandeln, nährt einen Kult der Härte, die Freude an der Gemeinheit, Fantasien über allerlei Grausamkeiten, die man anderen antun könnte. Es sind Lehrjahre der Unmenschlichkeit.

 

Robert Misik, geboren 1966 in Wien, ist Journalist und politischer Schriftsteller. In der edition suhrkamp erschien zuletzt sein Essay Das große Beginnergefühl (es 2788).
Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2019
Preis der Keynes-Gesellschaft für Wirtschaftspublizistik 2018
Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik 2009
Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 1999

 

In „Erziehung zur Grausamkeit“ beschreibt Robert Misik die Verwandlung von Menschen in „rasende Bestien“. Die gute Nachricht: Radikalisierung verläuft nicht schicksalhaft – und lässt sich auch wieder umkehren. (Süddeutsche Zeitung)

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