20. Oktober 2026
19:00

Frieden schaffen


Frieden schaffen
Österreichische Neutralitätspolitik in Zeiten globaler Machtpolitik

Vortragsreihe zur politischen Erwachsenenbildung

 

Unter „Grammatik des Krieges“ fasst die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz jene Entwicklungen zusammen, die sich seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine vor unser aller Augen abspielen. Krieg auf europäischem Boden ist nicht mehr bloß Vergangenheit oder Möglichkeit, sondern gegenwärtige Realität. Dabei sprechen einerseits Waffen, auf der anderen Seite spielen jedoch auch Prozesse der Normalisierung und Rechtfertigung von kriegerischen Mitteln eine zentrale Rolle. Die Friedensforscherin Claudia Brunner beschreibt ebensolche Prozesse als „diskursive, kognitive und affektive Militarisierung“. Wie kann nun der „Grammatik des Krieges“ ein Vokabular des Friedens entgegengesetzt werden?

 

Anknüpfend an den Schwerpunkt der ÖGPB-Projektförderung 2026 widmet sich unsere diesjährige Vortragsreihe dem Thema „Frieden schaffen“. In Kooperation mit dem Depot und der FAKTory finden im Herbst 2026 vier Vorträge zu folgenden Fragen statt:

 

  • Unter welchen historischen Vorzeichen entstand die österreichische Neutralitätspolitik und wie ist sie heute zu bewerten?
  • Wie kann Solidarität als Grundlage für Frieden gefördert werden?
  • Vor welchen Chancen und Herausforderungen steht die feministische Friedensarbeit?
  • Welche friedenspädagogischen Ansätze existieren in der politischen (Erwachsenen-)Bildung? 

 

Oliver Rathkolb
Österreichische Neutralitätspolitik in Zeiten globaler Machtpolitik

Derzeit gibt es intensive Debatten über die Aufgabe des Neutralitätsstatus, auch immer häufiger verbunden mit der Forderung nach einem Beitritt Österreichs zur NATO. Im Rahmen des Vortrags wird die Rolle der Neutralität im Kalten Krieg beleuchtet und die Frage gestellt, wie neutral Österreich gewesen ist. Die historischen Aufmarschpläne von NATO und Warschauer Pakt bezüglich Österreich werden evaluiert. Außerdem sollen die Ursachen der aktuellen Debatten sowie das Desinteresse der meisten politischen Parteien an einer Aufgabe der Neutralität als Identitätsparameter hinterfragt werden.

Oliver Rathkolb, Professor i.R. für Zeitgeschichte an der Universität Wien

 

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