Zoe Lefkofridi ist Professorin für Politik & Geschlecht, Diversität & Gleichstellung an der Universität Salzburg. 2023 wurde Lefkofridi mit dem Greek International Women Award (GIWA) in der Kategorie Rechts- und Politikwissenschaften sowie mit dem Österreichischen Käthe-Leichter-Preis der AK Wien ausgezeichnet.
Statement
Für mich bedeutet Demokratie mehr als nur ein politisches System. Während der griechischen Militärdiktatur (1968–1974) riskierten meine Eltern ihr Leben, um gegen dieses Regime zu kämpfen. Ich wurde nach dem Übergang zur Demokratie geboren. Ich hörte ihre Erzählungen, wie sie gefoltert wurden und ihre politischen Rechte verloren, doch sie gaben die Vision einer freien, gerechten Gesellschaft nie auf. Demokratie ist mir persönlich wichtig, weil sie Freiheit, Teilhabe und Würde garantiert – Werte, die nicht selbstverständlich sind. Wenn Demokratie schleichend abgebaut wird, verschwinden Meinungsvielfalt, Gleichberechtigung und Schutz vor Machtmissbrauch. Angst und Ausschluss treten an ihre Stelle. Da politische Gleichheit das Fundament der Demokratie ist, entsteht (echte) Demokratie erst, wenn alle Mitglieder einer Gemeinschaft die Möglichkeit haben, ihr Leben und die Gesellschaft gleichberechtigt mitzugestalten. Eine feministische Perspektive auf Demokratie fragt nicht nur, wer wählen darf, sondern auch, wie Politik gestaltet wird, wessen Stimmen gehört werden und wessen Lebensrealitäten in politische Entscheidungen einfließen.
