Regina Polak ist Professorin für Praktische Theologie und Interreligiösen Dialog an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und forscht u.a. zum Verhältnis zwischen Religion und Politik. Sie engagiert sich ehrenamtlich in der Katholischen Kirche im Bereich der Weiterbildung.
Statement
Demokratie ist für mich nicht nur die ordnungspolitische Grundlage unseres Zusammenlebens, sondern allem voran eine Lebensform. Zu dieser gehören u.a. die Anerkennung der Gleichheit aller Bürger*innen vor dem Gesetz, die Anerkennung von Verschiedenheit und der Respekt vor Andersheit des Anderen, die Bereitschaft zum Kompromiss, zur Argumentation eigener Meinungen und zur aktiven Mitgestaltung des Gemeinwesens. Demokratie ist für mich wichtig, weil sie die Freiheit des Einzelnen sichert und die großen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen, vor denen wir stehen, nur gemeinsam bestanden werden können. Religionsgemeinschaften sind wichtige Partner in der Demokratie und können mit ihren Normen und Werten Wichtiges zum demokratischen Diskurs beitragen. Religion ist allerdings ambivalent: Sie ist Teil der gesellschaftlichen Probleme, aber auch Teil der Lösung derselben. Auch deshalb ist es wichtig, dass sich religiöse Menschen in den demokratischen Diskurs einbringen und ihre Überzeugungen dem Diskurs aussetzen.
