Klaus Ottomeyer

Demokratie und Rechtsextremismus

Klaus Ottomeyer ist Sozialpsychologe und Psychotherapeut und war bis 2013 Professor an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Er ist Obmann und Psychotherapeut bei ASPIS, die Traumatherapie für Flüchtlinge und Familien von NS-Opfern anbietet. Publikationen u. a. zu Psychologie des Kapitalismus, Rechtsextremismus, Traumatherapie, Psychodrama.

Statement

Demokratie in der Gesellschaft bedeutet vor allem, dass Exekutive, Legislative und Judikative getrennt sind und dass die Medien und die Wissenschaft frei sind. Dazu müssen wir immer wieder gegen und Cäsarismus und Rechtsextremismus ankämpfen – im Großen wie im Kleinen. Im Berufsleben, in der Öffentlichkeit und im Privatleben sind Arbeiten, Lieben und Kämpfen drei Betätigungsfelder, an denen wir nicht vorbeikommen und deren Ausgestaltung für ein sinnvolles Leben und für unsere Gesundheit wichtig ist. Leider ist der psychologische Begriff der Identität, der ab den 70er und 80er Jahren für Selbstbestimmung und Reflexion stand, in den letzten Jahrzehnten von den Rechtsextremen erfolgreich gekapert und in eine kollektivistische und antidemokratische Richtung (mit einem dumpf-erhabenen Zugehörigkeitsgefühl) verfälscht worden. Dabei erstickt die hochgehaltene und stilisierte Ehre des Kollektivs die Würde der immer einzigartigen Person, die in westlichen Verfassungen garantiert ist.

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