Julia Eisner forscht und lehrt an der FH Wiener Neustadt. Sie leitet das FFG-Projekt DemoPlay zur Verknüpfung von Demokratiebildung und KI. Zudem promoviert sie in Soziologie an der Universität Wien. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die gesellschaftlichen Auswirkungen von KI.
Statement
Demokratie verstehe ich als einen kontinuierlichen, kommunikativen Aushandlungsprozess, in dem gesellschaftliche Wirklichkeit gemeinsam hergestellt wird. Sie ist für mich zentral, weil sie Teilhabe, Pluralität und Selbstwirksamkeit ermöglicht. Wird Demokratie schleichend abgebaut, gehen Vertrauen, kollektive Entscheidungsfähigkeit und die Legitimität von Institutionen verloren. Besonders kritisch ist dies in digitalen Öffentlichkeiten, in denen Desinformation, algorithmische Verzerrungen und intransparente KI-Systeme Diskurse beeinflussen. Der Zusammenhang mit Demokratie liegt darin, dass KI dieses Informationsökosystem strukturell verändert – etwa durch algorithmische Selektion, neue Formen von Desinformation und veränderte Sichtbarkeiten. Damit beeinflusst sie, wie Öffentlichkeit entsteht und wie demokratische Prozesse wahrgenommen und gestaltet werden.
