Judith Kohlenberger

Demokratie und Migration

Judith Kohlenberger ist habilitierte Soziologin an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU), wo sie das Forschungsinstitut für Migrations- und Fluchtforschung und -management (FORM) leitet. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Fluchtmigration und Humankapital (vor allem Bildung und Gesundheit), Integration und Zugehörigkeit, Frauen und Flucht sowie kulturelle Krisennarrative.

Statement

Demokratie bedeutet für mich nicht nur die freie Wahl politischer Vertreter_innen, sondern auch der Zugang zu Information, Rechtsstaatlichkeit, Gleichheit vor dem Gesetz und Schutz von Minderheiten. Sie ist kein Zustand, sondern ein Prozess, der aktive Teilhabe braucht. Demokratie ist die einzige Staatsform, die Vielfalt aushält – und gerade in meiner Forschung zu Flucht und Migration zeigt sich, wie zentral demokratische Prinzipien wie Menschenrechte, Schutzbedürftigkeit und Teilhabe sind. Wird Demokratie abgebaut, verlieren besonders die Schwächsten in der Gesellschaft ihre Stimme – jene, die von jeher ganz am Rand stehen und keine Lobby haben. Deshalb ist es an den Grenzen unserer Gesellschaft, im geografischen wie im übertragenen Sinn, wo die Demokratie nach ihren Werten, Vorstellungen und Prinzipien befragt wird. Und wo sich zeigt, wie lebendig und resilient sie (noch) ist.

Nach oben scrollen