Alina Brad ist Politikwissenschaftlerin an der Universität Wien und forscht zu sozial-ökologischer Transformation und Klimapolitik.
Statement
Westliche Demokratien sind geschichtlich und bis heute eng mit einem Wohlstandsmodell verbunden, das auf billiger fossiler Energie, Massenkonsum und globaler Ungleichheit beruht. Dieses Modell trägt maßgeblich zu Erderhitzung und Artensterben bei und muss überwunden werden. Daher ist eine sozial-ökologische Transformation unumgänglich – uns sie muss demokratisch gestaltet werden. Es geht nicht nur um technologische Lösungen, sondern um neue Infrastrukturen, die ein gutes Leben jenseits von Konsumorientierung und Ausbeutung ermöglichen. Dafür muss Demokratie ausgeweitet werden: Wichtige Bereiche des gesellschaftlichen Lebens – wie Wohnen, Bildung, Pflege, Ernährung, Mobilität, sowie Wasser- und Energieversorgung – sind aus der Profitlogik zu nehmen und demokratisch zu steuern. Tiefgreifender Wandel erfordert legitime Eingriffe – in gesellschaftliche Strukturen, in Gewohnheiten und Lebensweisen, auch in individuelle Freiheiten. Soll dieser Wandel gelingen, muss er demokratisch verhandelt – und nicht autoritär verordnet – werden.
